SACHOR (GEDENKE): DER ZUKUNFT EIN GEDÄCHTNIS - Woche der Brüderlichkeit 2013

ERÖFFNUNG

WOCHE DER BRÜDERLICHKEIT 2013 UNTER DEM JAHRESTHEMA

SACHOR (GEDENKE): DER ZUKUNFT EIN GEDÄCHTNIS

 

Montag, 4. März 2013 - 19:00 Uhr

ALTE SYNAGOGE - Haus jüdischer Kultur

Musikalischer Rahmen durch das

Das Vladigerov-Quartett, Essen

 

Begrüßung und Einführung:

Pfr. Markus Heitkämper, Evangelischer Vorsitzender der GCJZ

Grußworte:

Andreas Bomheuer, Beigeordneter für Kultur, Integration und Sport der Stadt Essen

Hans-Hermann Byron, 2. Vorsitzender der Jüdischen Kultus-Gemeinde 

 

Festvortrag:

Professor em. Dr. Wolfgang Stegemann, Neuendettelsau
Aneignung der Bibel als Enteignung der Juden
Beispiele antijüdischer Erinnerungspolitik


"Der Zukunft ein Gedächtnis"? Das kulturelle Gedächtnis ist allemal ein Konstrukt, doch manchmal auch ein Dieb. Über die Jahrhunderte hinweg hat sich die Christenheit die Geschichte Israels im wahrsten Sinne des Wortes zu Eigen gemacht. Abraham wurde ´unser´ Vater, ´wir Christen´ waren in Ägypten, erlebten den Exodus unter der Führung ´unseres´ Helden Moses.
Jesus war der erste Christ, bis ihn nationalsozialistische Theologie zu einem Arier machte. Inzwischen ist Abraham zum Stammvater der Palästinenser gemacht geworden, die zu ihren Vorfahren auch König David und Jesus zählen.

All dies sind Hinweise auf politisch-theologische Entwicklungen, die kaum ins Blickfeld theologischer Kritik geraten oder gar kontrovers in und zwischen den Kirchen diskutiert werden.

Wie also gehen wir mit diesen „Orwellschen Fälschungen der Erinnerung“ (Primo Levi) um? Wann ist politische Theologie erlaubt und wann unerträglich?

Diesen Fragen wird Professor Wolfgang Stegemann in seinem Vortrag nachgehen.


Prof. em. Dr. Wolfgang Stegemann lehrte im Fach Neues Testament an der Augustana – Theologische Hochschule der Evangelisch-Luterischen Kirche in Bayern. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift ´Kirche und Israel´. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Sozialgeschichte des Urchristentums und Kulturanthropologie des Neuen Testaments, historische Jesusforschung, Lukasevangelium und Apostelgeschichte, christlich-jüdischer Dialog in seiner Bedeutung für die Exegese des Neuen Testaments und die Geschichte und Theologie des antiken Judentums.
 




  Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit - Universitätsstrasse 19, 45141 Essen